Projekte
Astrid Lindgren. Unfug wird's von ganz allein
Blabla
insight
Zwei Jahre intensiver Forschung und Vorarbeit stecken in insight, dem visionären multimedialen Projekt des renommierten delian::quartetts in Kooperation mit den Video-Künstlern von Piedra Muda LAB, created by Marc Molinos and Alberto De Gobbi.
Das Ergebnis: Ein atemberaubendes Format, das die ebenso vielschichtige wie berührende Musik in Bachs „Kunst der Fuge“ in Echtzeit und wissenschaftlich fundiert strukturell sichtbar macht.
Musiktheoretische Basis von insight sind die umfassende Analyse von Bachs Opus summum sowie die graphische Algorithmisierung des thematischen Materials durch den Musikwissenschaftler und Komponisten Andrea Damiano Cotti.
Sämtliche Elemente der Video-Installation, ihre Transformationen und Choreographien sind hierdurch inspiriert.
Vereinfacht gesprochen beruht die Gestalt der „Protagonisten“ der Installation auf den errechneten graphischen Algorithmen der thematischen Variationen; die numerische Analyse der einzelnen Contrapuncti bestimmt den „Plot“ der künstlerisch interpretierenden Video-Sequenzen.
Rilke. Fühlen, wie die Vögel fliegen
Längst genießen die literarisch-musikalischen Ausflüge unseres delian::quartetts einen herausragenden Ruf bis über die deutschsprachigen Grenzen hinaus. Dank der aufwändig gestalteten, „glückhaften Verbindung von Musik und Wort“ (Fuldaer Zeitung) avancierten sie zu echten Publikumslieblingen.
Die Kulisse für Rilke. Fühlen, wie die Vögel fliegen ist Rainer Maria Rilkes einziger Roman, „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“. Darin fasst der große Dichter in eine poetische und empfindungsreiche Sprache, was jede und jeden von uns betrifft: die Suche nach Identität und Sinn und die Auseinandersetzung mit Schicksal und Leben, Tod und Krankheit, Angst und Verzweiflung, Liebe und Einsamkeit, Sprache und Wirklichkeit, Mensch und Gott.
Dank der episodischen Tagebuchform des „Prosabuchs“ können wir auch hier konzeptionell von der Musik ausgehen: Die einzelnen Texte fügen sich in die Welten, die die musikalischen Werke unseres Rilke-Formats aufspannen. Dadurch erhält das Wort-Mosaik eine dramaturgische Geschlossenheit und ein unverwechselbares Gesicht.
Der erste Konzertteil kreist hell um Mozarts revolutionäres „Dissonanzenquartett“. Dagegen setzen wir die zweite Hälfte, zerrissen und dunkler (sein siebtes Streichquartett widmete Shostakovich dem Andenken seiner verstorbenen ersten Ehefrau), und lassen zuletzt mit Barbers berühmtem Adagio den Abend ausatmen.
Mit Jens Harzer, dem Träger des Iffland-Rings, „eine im deutschen Theater singuläre Erscheinung mit unverwechselbarem Ton“ (Die Zeit) für dieses außergewöhnliche Projekt zum Rilke-Jahr 2026 und darüber hinaus gewonnen zu haben, freut unser delian::quartett sehr.
Parallels
Parallels heißt das innovative und beziehungsreiche Konzert-Format unseres delian: :quartetts, in dem Klassik und Jazz sich die Hände reichen. Nicht als gefälliger „Crossover-Smoothie“, sondern als Dialog zweier Welten in ihrer Reinform. Unerwartet nahtlos fügen sich beide ineinander – für den Hörer eine außergewöhnliche Reise…
Ausgangspunkt unserer Idee sind Haydns „Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“. Der Überlieferung nach wurde dieses singuläre Werk uraufgeführt mit gesprochenen Betrachtungen über jedes der sieben Bibelworte vor der zugehörigen Musik. Und auch heute noch werden „Die sieben letzten Worte“ gerne mit meditativen Lesungen zwischen den musikalischen Sätzen versehen.
Was nun, wenn unser delian::quartett auf Sprache verzichtete und die tradierte Reihenfolge umkehrte? Wenn wir die große, alte Komposition aus dem kirchlichen Passionskontext lösten und eine neue, junge Musik meditieren ließen über Haydns wortlos bewegende Klangrede? Der Gedanke, die Vergangenheit in Zwiesprache zu bringen mit dem einen, persönlichen Augenblick des Konzerts, faszinierte uns auf der Stelle.
Natürlich steht und fällt unser Vorhaben mit der Person, die über Haydns Meisterwerk improvisieren soll. Da jenes – abgesehen vom finalen „Erdbeben“ – ausschließlich langsame Sätze unterschiedlicher Farben enthält, haben die Reflexionen über die „Sieben letzten Worte“ besonderen Einfluss auf die Dramaturgie eines Konzerts.
Mit der Jazzpianistin Julia Hülsmann eine der Großen und eine Poetin des Jazz‘ für Parallels gewonnen zu haben, hat sich als Glücksfall erwiesen. Die freie Gestalt unseres grenzüberschreitenden Projekts liegt in besten Händen…
Parallels ist einzigartig, erhellend, berührend. Wir empfehlen es, als bleibendes Erlebnis von 85 bis 90 Minuten Länge, vorzugsweise ohne Pause.
Shakespeare. Begegnungen
Mit Shakespeare. Begegnungen, erdacht als Auftragsprojekt für das Shakespeare Festival 2023, gehen wir neue Wege: Erstmals begann unser delian::quartett die konzeptionelle Arbeit ausgehend von der Musik. Auf diese Weise verliehen wir unserer Reise durch das Universum des genialen Elisabethanischen Dichters William Shakespeare eine dramaturgische Geschlossenheit trotz der vielfältigen literarischen Quellen.
Zwei große Streichquartette von geradezu bildhaftem Affekt führen durch unser außergewöhnliches Format und sind eine eindrucksvolle Bühne für Shakespeares Kunst. Überraschend stimmig fügt sich das zeitlich so weit entfernte achte Streichquartett Dmitri Shostakovichs in die Texte. Und sogar Felix Mendelssohn Bartholdy entfaltet bei unserem delian::quartett eine unerwartete Wirkung. Sein revolutionäres sechstes Streichquartett lässt jeden Sommernachtstraum hinter sich. Schicksalsschwer und hoch emotional, entstand jenes letzte
vollendete Werk des Komponisten unter dem Eindruck des Todes seiner geliebten Schwester Fanny.
Auf der Suche nach atmosphärischen Verwandtschaften mit den musikalischen Welten durchforsteten wir Shakespeares Gesamtwerk in seinen diversen Übersetzungen. Im Zuge unserer ausgeklügelten Dramaturgie kommen Protagonist*innen aus sieben bedeutenden Shakespeare-Stücken zu Wort: Macbeth, Lear, König Richard III., Hamlet, Der Sturm, Was ihr wollt und Wie es euch gefällt. Auch einige der berückenden Shakespeare’schen
Sonette entdeckten wir für unser Projekt.
Die Idealbesetzung für Shakespeare. Begegnungen an der Seite unseres delian::quartetts ist die Theater- und Filmikone Angela Winkler. Spätestens seit Peter Zadeks legendärer Hamlet-Inszenierung des Jahres 1999 ist ihr Name untrennbar mit dem William Shakespeares verbunden.
Brecht. Vergnügungen
Eine Große wie Angela Winkler an der Seite unseres delian::quartetts zu haben, verpflichtet uns geradezu, alle
Facetten zu nutzen, die diese Zusammenarbeit uns bietet. Und so wird unser eindrucksvolles Brecht-Projekt sowohl mit Lesungsteilen aufwarten als auch mit Angela Winklers Gesangskunst, ganz in der Tradition Lotte Lenyas.
Ein berührendes Beispiel hierfür läßt sich etwa unter https://www.youtube.com/watch?v=M_SKgKw6Rg0
nachhören… Ein Anliegen ist die Auswahl der Texte Brechts, die die musikalischen Teile dramaturgisch miteinander
verbinden und deren zeitlose Aktualität berühren wird.
Im ersten Teil des Programms stehen Texte Brechts kontrapunktisch zu Shostakovichs so ergreifendem wie erschütterndem vierten Streichquartett. 1948 entstand es unter dem Eindruck des Antisemitismus‘ der Stalinzeit
und des gegen den Komponisten erhobenen Vorwurfs der „formalistischen Entartungen und antidemokratischer
Tendenzen“. Diesem Gegenüber folgt eine Verflechtung von Brechts Worten mit Liedern von Weill, Eisler und Bruinier. Sämtliche Liedtexte entstammen ebenfalls der Feder Brechts, die Musik wurde eigens für unser
delian::quartett eingerichtet.
Seelenempfindsame Zwiegespräche entstehen zwischen Hell und Dunkel, Witz und Bitternis, Desillusionierung und
Zärtlichkeit.










